Hélène Lindqvist

Die Sopranistin schwedisch-ägyptischer Abstammung erhielt ihren grundlegenden Gesangsunterricht bei Florence Düselius in Stockholm. Weitere Gesangsstudien führten sie an das Mozarteum Salzburg und an die Hochschule für Musik und Theater in Saarbrücken. Meisterklassen bei Eva Marton, Kammersänger Bernd Weikl und Jessica Cash ergänzten ihre Ausbildung.

Noch während ihres Studiums gewann sie den 1. Preis im internationalen Liedwettbewerb „Concerto delle donne“ in Kassel und sang am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken die Sopranpartie in György Ligetis AVENTURES ET NOUVELLES AVENTURES.

Anschließend wurde sie festes Ensemblemitglied des Saarländischen Staatstheaters. Zwischen 1997 und 2001 war sie in Saarbrücken u.a. als Ilia in Wolfgang Amadeus Mozarts IDOMENEO, als Ännchen in Carl Maria von Webers DER FREISCHÜTZ, als Kriemhild in Oscar Straus’ DIE LUSTIGEN NIBELUNGEN, wie auch in den Hauptpartien zweier Uraufführungen zu erleben – DIE REISE von Ruth Zechlin und SWIN-SWIN von Tobias PM Schneid.

Es folgte ein Festengagement am Theater Regensburg als Gilda in Verdis RIGOLETTO, Morgana in Händels ALCINA und Franzi in Johann Strauß’ WIENER BLUT. An der Hamburgischen Staatsoper sang Hélène Lindqvist 2003 die Partien der Fortuna und der Damigella in L‘INCORONAZIONE DI POPPEA von Claudio Monteverdi unter der Leitung von Alessandro De Marchi.

Von 2006 bis 2009 war Hélène Lindqvist festes Ensemblemitglied am Theater Ulm. Hier sang die Sopranistin ein breites Repertoire, das von der Titelpartie in Händels ALCINA, über die Tatjana in Tschaikowskys EUGEN ONEGIN bis hin zur Mary Magdalene in Andrew Lloyd Webbers JESUS CHRIST SUPERSTAR reichte. Außerdem sang sie in Oper und Operette u.a. Partien wie die Donna Fiorilla in Rossinis IL TURCO IN ITALIA, die Contessa Almaviva in Mozarts LE NOZZE DI FIGARO, die Konstanze in DIE ENTFüHRUNG AUS DEM SERAIL, die Kurfürstin Marie in Zellers DER VOGELHÄNDLER und die Sopranpartie in Schönbergs PIERROT LUNAIRE. Diese choreografische Umsetzung des PIERROT LUNAIRE fand überregional große Beachtung.
Es folgten weitere Engagements als Tatjana in EUGEN ONEGIN in Regensburg und als Violetta Valéry in Verdis LA TRAVIATA im Palmengarten in Frankfurt am Main.

Seit 2011 widmet sich die Sopranistin verstärkt dem Kunstlied. Eine besondere Liebe verbindet sie dabei mit den Komponisten ihrer schwedischen Heimat. Eine CD mit Liedern des Schweden Gunnar de Frumerie liegt mit Hélène Lindqvist bei Valve-Hearts vor. Für das Label col-legno und den Deutschlandfunk hat sie als Ersteinspielung die JUGENDLIEDER Alban Bergs aufgenommen. Diese Einspielung wurde in der Neuen Zeitschrift für Musik als „mustergültige Interpretation“ ausgezeichnet. Unter der Leitung von Peter Stangel erschien ebenfalls eine Aufnahme der 4. SINFONIE von Gustav Mahler mit der Taschenphilharmonie beim Label NEOS. Bei cpo liegen Ersteinspielungen von Liedern von Heinrich von Herzogenberg und im Eigenverlag (TASP) die PERSISCHEN LIEBESLIEDER von Anton Rubinstein vor.

Mit Ihrem Klavierpartner Philipp Vogler hat Hélène Lindqvist die Website „The Art Song Project“ gegründet (theartsongproject.com). Hier werden Lieder von zu Unrecht vergessenen Komponisten vorgestellt. Inzwischen sind auf der Seite über 150 Lieder zu hören. Auch der Rundfunk ist mittlerweile auf das Projekt aufmerksam geworden. So sendeten bereits WDR, Deutschlandfunk, SF und sogar die BBC die Einspielungen des Lied-Duos.

Seit 2013 hat Hélène Lindqvist einen Fachwechsel ins dramatische Sopranfach vollzogen. Nach diversen Konzerten im neuen Fach, wie als Sieglinde im 1. Aufzug von Wagners DIE WALKÜRE und in Auschnitten als Brünnhilde in SIEGFRIED und GÖTTERDÄMMERUNG, der Sopranpartie in Verdis MESSA DA REQUIEM und Richard Strauss’ VIER LETZTEN LIEDERN, fand im Sommer 2017 ihr Debüt in der Titepartie von Verdis AIDA bei Open Air- Vorstellungen am Theater Ulm statt.